jahnna Neun, Tusche

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Wer bin ich?

So viel ist darüber gesagt und geschrieben worden. Es ist eine Kunst, die Antwort im eigenen Erleben und nicht im Denken zu finden.

«Ich bin Körper.»

Der Magen grummelt, der Fuß kribbelt, der Arm hebt den Eimer mit Wasser, die Hand fasst die des Kindes und die in der Kehle geformten Worte erklingen im Raum. Es sind Körperempfindungen und Sinneswahrnehmungen. Der eigene Körper ist sichtbar, hörbar, riechbar, schmeckbar und tastbar.

Ich bin müde. Ich finde dich schön. Mir hat das Schwimmen gut getan. Du riechst so gut! Ich bin heute schon um fünf erwacht. Ich bin die Strecke gelaufen. Ich freue mich darauf, mich in die Wellen zu stürzen!

Wer sein Körper-Sein ablehnt und stattdessen: «Ich habe einen Körper» denkt, muss die obigen Sätze in seinem Sprachgebrauch ändern. Ist es hilfreich, in solcher Distanz mit dem eigenen Körper zu leben?

«Ich bin Geist. Ich bin Seele. Mein Ego. Mein inneres Selbst. Mein Gemüt. Meine Psyche.»

Es ist etwas ‹in› uns, das die fünf physischen Sinne nicht begreifen können. Der Mensch ist mehr als Körper: er hat eine Ausstrahlung, Persönlichkeit, einen Charakter, Willen, Emotionen, Ansichten, Pläne, Gewohnheiten, Eigenarten, innere Verletzungen, aufgestaute Gefühle und Fähigkeiten, die im Körperlichen nicht erklärbar sind. Sprache verklingt im Physischen. Gedanken und Gefühle vergehen im Seelisch-Geistigen. Manches jedoch bleibt in uns hängen. Wo hängt es? Manches Erlebnis hat uns geprägt. Es braucht Benennungen, um uns mitteilen zu können, was in uns geschieht.

Ich bin froh! Ich bin traurig. Ich bin verzweifelt. Dein Lächeln berührt mich. Ich liebe dein lebendiges Wesen! Deine Worte gestern haben mich verletzt. Ich bin gerade in Gedanken woanders.

Unser vollständiges Erleben ist in zehn Strömen beschreibbar: Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten, Körperempfinden, Fühlen, Denken, Spüren und reines Sein. Die ersten sechs sind in der Ebene des Physischen zu finden. Denken, Fühlen, Spüren und das reine Sein nicht.

Glaubst du, dass es dein Körper ist, der denkt und fühlt? Dann können Gedanken nicht aus anderen Quellen kommen. Du würdest es sehen, wenn andere dir Gedanken geben. Wie nennst du das, was in dir denkt? Wie nennst du das, was fühlt? Wie nennst du das, was spürt? Wer ist der Träger deiner Persönlichkeit, deines Charakters, deiner Pläne, Ansichten und Emotionen? Was in dir ist geprägt und welcher innere Teil von dir kann sich verletzen?

Allem Anschein nach haben wir zwei Körper: Einen physischen und einen seelisch-geistigen.

«Ich bin Körper. Ich bin Seele. Ich bin Geist.»

‹Seele› verwenden wir oft für den empfindsamen, mitfühlenden, weiblichen Teil in uns, während ‹Geist› der rationale, klärende Teil ist. Nun ist ‹Körper› ein Begriff für beide Geschlechter. Für unser Sprechen wäre es leichter, wenn wir nur einen Begriff für unser lebendiges Inneres hätten. Was hältst du von dieser Wahl:

«Ich bin Körper. Ich bin Seelengeist.»

Was ist dann die Psyche? Was ist das Ego und das Gemüt?

In den allermeisten Momenten tragen wir Kleider um unseren Körper. Wir sagen nicht, dass wir «Kleid sind». Wir können sie ablegen. Es berührt uns, wenn ein uns naher Mensch dieses in unserer Gegenwart tut.

Es scheint so zu sein, dass wir auch Inneres in manchen Momenten ablegen. Wir können alte Muster ablegen. Wir können düstere Stimmungen in uns vertreiben. Wir können aus Emotionen heraustreten. Wir können lichtvoll sein und uns aus Umfangenheit befreien. Wir können unser Herz öffnen und schließen. Es berührt uns, wenn wir einem Menschen mit offenem Herzen begegnen.

«Ich bin Körper und habe Kleider. Ich bin Seelengeist und habe ein Gemüt.»

Manche Kleider überdecken den Körper darunter. Das Ego überdeckt das Wesen des Menschen. ‹Ego›, ‹Psyche› und ‹Gemüt› bezeichnen das Gewand des Seelengeistes.

Der Körper sieht, hört, riecht, schmeckt, tastet, bewegt, berührt, greift zu und ein und zeigt Empfindungen. Der Seelengeist denkt, fühlt, spürt, wirkt auf andere Menschen, berührt andere Menschen, geht auf andere zu oder weist sie ab. Er ‹sieht› auf seine eigene, geistige Art. Er ‹hört› das Unausgesprochene.

Es gibt Menschen, die glaubhaft eine Welt hinter dem Gemüt, hinter dem Denken und Fühlen erleben. In der das eigene Wesen erlebbar weiter als der physische Körper ist. In der es nur noch eine Lebendigkeit gibt, die alles durchdringt, die als höchst feines Pulsieren alles durchwirkt. In dieser Welt scheint es nur noch ein Empfinden zu geben und keine hörbaren Gedanken mehr. Das eigene Sein ist auch hier zu finden; jeder Mensch scheint in dieser Ebene zu existieren, auch wenn das eigene Bewusstsein sich oftmals nicht so weit ausdehnt.

«Ich bin reine Seele. Ich bin reiner Geist. Ich bin Lebendigkeit.»

Alle Erfahrungen in dieser Ebene sprechen von Reinheit und Licht. Hier scheint es keine Trennungen mehr zu geben, kein Gut und Böse, keine Zeit und kein Geschehen. Das Sein in dieser Ebene ist der unsterbliche, unwandelbare Teil in uns. Wie nennst du das, was du in dieser Sphäre bist?

Hier eine Möglichkeit, die Frage nach dem Wer-bin-ich vollständig zu beantworten:

«Ich bin Körper. Ich bin Seelengeist. Ich bin ich selbst.»

jahnna Tilde, Tinte

PS: «Ich bin, der ich bin und immer schon war» klingt poetischer ;-) Das obige Aufteilen des eigenen Wesens in Teile ist schmerzhaft. Zugleich reden wir viel vom Körper, von gut und schlecht, von der Psyche, von der Seele und vom Geist und führen damit so manche Trennung immer wieder selbst aus.

PS 2: Ist für dich «Wer bin ich?» die tiefste aller Fragen? Es gibt eine zweite Frage, die wie die zweite Hälfte an der Seite der Wer-bin-ich-Frage steht: «Was tue ich?» Glaubst du, dass die Antwort auf diese Frage ‹Nichts› ist?

PS 3: Zum zweiten Körpern des Menschen siehe auch Zitat (5).

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veröffentlicht am 21.6.2016, letzte Änderung am 24.9.2016 um 8:30 Uhr

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